Die Obermacht der CSU geht den Bach runter
Nur noch 43 Prozent konnte die CSU in ihrem Freistaat Bayern bei der gestrigen Landtagswahl erwirken. Es war zum Lachen, wie die Kinnladen bei der Bekanntgabe der Prognosen und der Hochrechnungen reihenweise nach unten klappten.
Tja, da hatte man sich in Bayern wohl kräftig vertan. Durchhaltevermögen war verlangt, wenn die CSU immer wieder im Wahlkampf von den 50 + sprach. Aber ernstgenommen hat sie wohl schon lange keiner mehr bei diesem Ansinnen. Auch nicht mehr die eigenen Wähler, von denen viele den Absprung gemacht hatten. Die Zeiten sind eben vorbei, in denen Stammtischgerede noch Stimmen an der Urne bringt. Und all das inmitten der Zeit des Oktoberfestes, der wichtigsten Festivität in Bayern. Da gibt’s jetzt richtig was zu feiern.
Zumindest für die Liberalen, die zum ersten Mal in den bayerischen Landtag einzogen. Und auch für den Rest der Republik, der sich darüber freuen kann, dass die CSU nicht einmal in ihrem eigenen Bundesland noch mächtig ist. Im Bund selbst hat sie eh schon ihre Worte verloren nach dem unrühmlichen Abgang von Edmund Stoiber, der es nicht verkraftet hatte, der Untergebene einer Frau, sprich von Angela Merkel zu sein. Damals fing alles an zu bröckeln.
Und gestern hat die CSU genau dafür die Rechnung bekommen. Endlich!
Ich freue mich auch mit. Insbesondere als ein Herr Doktor, der seit zwanzig Jahren nicht mehr in seinem Beruf gearbeitet hat (warum auch) von dem Reporter im “OFF” komentiert wurde:”… vielleicht muß der Herr Doktor da jetzt wieder drüber nachdenken…”
Als dan hauchdünn sein Mandat bestätigt wurde, war der besagte Herr Doktor vor lauter Verzweiflung und überschäumender Erleichterung nicht einmal mehr in der Lage, die richtige Tür des Ausgangs zu finden… Ich fand diese Situation bezeichnend für einige Kanditaten der unterschiedlichsten Bundesländer…
Kommentar von A. Geisler — Oktober 12, 2008 @ 11:00